Was ist ein PETRARCA Projekt?

Ein Projekt im Sinne des Ansatzes der PETRARCA-Akademie können alle Arbeiten sein, die einen Bezug zur Landschaft im weitesten Sinne herstellen. Dieser Bezug definiert sich weniger durch äußere Kriterien als durch die inneren Rahmenbedingungen des „wie“ der Durchführung eines Projektes. Ziel ist es neue Wahrnehmungsfähigkeiten zu entwickeln als Vorraussetzung für einen veränderten Umgang mit Landschaft. PETRARCA-Projekte sind daher nicht durch Ihre äußere Form definiert, sondern durch den Ansatz wie diese entwickelt werden.

Zur Umschreibung dieser Rahmenbedingungen für ein PETRARCA-Projekt können die Kernpunkte PETRARCA-Anliegens des und die darauf aufbauenden Ziele und methodischen Schritte herangezogen werden.



Kernpunkte des PETRARCA -Anliegens

  • Mit Landschaft bezeichnen wir das unmittelbare Erlebnis der Erde, Pflanzen, Tiere und Menschen in einer übergeordneten Ganzheit.

  • Wie wir über die Landschaft denken, bestimmt mit, wie wir sie wahrnehmen und auch in ihr tätig werden. Landschaft ist somit ein Bild für das, was im Gemüt des Menschen unbewusst lebt.

  • Die Wirklichkeit entfaltet sich zwischen sinnlicher Wahrnehmung und unserer inneren Beteiligung, ohne die wir nichts erkennen könnten. Daher bestimmt die Aufmerksamkeit, die wir der Welt entgegen bringen, mit, wie sich anderes durch uns verwirklichen, zur Erscheinung bringen kann.

  • Andererseits wird im Erscheinungsbild der Landschaft unsere Haltung im Umgang mit ihr sichtbar.

  • Lebendige Landschaften entstehen nur, indem sich Menschen mit ihrer natürlichen und sozialen Umgebung konkret verbinden. Daher ist es wesentlich, anzuknüpfen an das eigene innere Verhältnis zur Welt, und eine Beziehung aufzubauen zu den Lebenszusammenhängen von Natur und Landschaft, als Ergänzung zur äußeren Analyse von Umweltfaktoren.

  • Daraus ergeben sich neue Impulse für den Umgang des Menschen mit der Natur, die sich nicht im Ausnutzen oder Nutzen von Natur und Landschaft erschöpfen, sondern ihre pflegende Weiterentwicklung im Sinn haben.

Ziele und methodische Schritte zur Umsetzung des PETRARCA-Anliegens

  • Die Akademie möchte dazu beitragen, im beschriebenen Sinne (s. Kernpunkte) neue Wahrnehmungsfähigkeiten zu entwickeln, als Voraussetzung für einen veränderten Umgang mit Landschaft. Dadurch können Menschen befähigt und ermutigt werden, die Entwicklung ihrer Landschaft aktiv und verantwortlich zu übernehmen.

  • Eine wesentliche Aufgabe liegt im Verwandeln des gegenständlichen, auf die Oberfläche der Welt gerichteten Wahrnehmens, das die Welt als Zusammensetzung isolierter Einheiten erfährt, in eine bildhafte, auf den inneren Zusammenhang gerichtete Wahrnehmung und Erkenntnis.

  • Das Erleben der Ganzheit ist die Fähigkeit, ausgehend von einer nach außen gerichteten Wahrnehmung, bewusst nach innen zu blicken und die dort entwickelten Bilder wieder zurückzuführen auf die sinnliche Erscheinung.

  • Zur Entwicklung der genannten Wahrnehmungsfähigkeiten sind sowohl Elemente des künstlerischen als auch des wissenschaftlichen Vorgehens erforderlich; Künstlerisch im Sinne der Ästhetik in ihrer ursprünglichen Bedeutung als Kunst der bewussten sinnlichen Wahrnehmung und Erfahrung; Wissenschaftlich in Bezug auf die die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Ergebnisse.

  • Dadurch wird es möglich, Lebenszusammenhänge aufzusuchen, die die Ökologie voraussetzt, wenn sie die äußeren Abläufe beschreibt.

  • Landschaft entwickelt sich auch im zwischenmenschlichen Verstehen: indem die individuellen Erfahrungen gegenseitig mitgeteilt werden, vertieft und erweitert sich die Perspektive auf das Ganze. Als Ergebnis dieses Prozesses kann eine aus der inneren Übereinstimmung hervorgehende Anschauung gewonnen werden, die inhaltlich sachgemäß ist.

  • Indem die sinnlichen Phänomene so angeschaut werden, dass sich das Wesen, die Idee einer Sache zeigen kann, wird die Wahrnehmung zur Fähigkeit, Qualitäten bewusst zu erleben und verantwortliche Beziehungen einzugehen. Dies ist die Grundlage einer neuen Landschaftskultur.


Dazu werden Landschaftsseminare, Tagungen und Einzelvorträge an verschiedenen Orten in Europa veranstaltet. Ein wichtiges Anliegen ist die Grundlagenforschung und die Weiterentwicklung der Methodik. PETRARCA berät und begleitet landschaftliche Entwicklungsprojekte. Projektpartner sind u.a. ökologische Landwirtschaftsbetriebe, therapeutische und soziale Einrichtungen, Landbesitzer, sowie Verbände und Institutionen des Natur- und Umweltschutzes. Aktivitäten


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