Dr. rer. nat. Jochen Bockemühl zurück

Mein Verhältnis zu den Anliegen von Petrarca

Richtunggebend für meine Forschungstätigkeit sind seit dem Studium die Fragen nach dem inneren Zusammenhang zwischen den Naturerscheinungen und dem Erkennen und Erleben der Wirklichkeit, mit der es der Wissenschaftler zu tun hat. Der Gewinn der reduktionistischen Erkenntnisweise liegt in der Klarheit begrifflicher Abgrenzungen freien Handhabbarkeit der Ergebnisse, welche Technik ermöglicht. Aber die auf Maß und Zahl reduzierten (objektivierten) wissenschaftlichen Resultate klammern gerade die Wirklichkeiten aus, auf denen unsere Beobachtungen und unser Leben mit der Welt beruhen. Um den inneren Bezug zur sinnlichen Wahrnehmung dabei nicht immer mehr zu verlieren, wird nach einer Erweiterung der Naturwissenschaft durch ein ganzheitliches Erkennen gesucht. Das erfordert ein Neubesinnen und Erschließen anderer Erkenntnisweisen, durch die an den Einzelerscheinungen Ganzheit Erfahrung wird.
Diesen Fragen nachzugehen dienen Projekte zur Bildungsweise von Pflanzen, über ökologische Zusammenhänge in der Landschaft. Es gilt die daran entstehenden äußeren und inneren Erfahrungen ernst zu nehmen, zu beobachten wie sie entstehen, sowie Wege zu suchen, sie mitteilbar zu machen.
Daraus entstanden seit den 60er Jahren Übungskurse auf verschiedenen Erkenntnisfeldern, zunächst mit interessierten Naturwissenschaftlern und Laien, Lehrern und Landwirten in vielen Ländern. In Arbeiten zum Verständnis der Heil- und Kulturpflanzen wird der Bezug der Pflanze zur Landschaft immer wichtiger. In den 80er Jahren kamen die regelmäßigen jährlichen Landschaftstagungen hinzu, die schließlich zur Begründung von Petrarca führten.
Nachhaltigkeit im Leben entsteht letztlich nur durch die sachgemäße Gesinnung und Verantwortung einzelner Menschen in der Gemeinschaft mit der Landschaft. Wo Interesse für solche Fragen besteht, bin ich gern bereit mitzuhelfen.

Biografische Notizen

Geboren  1928 in Dresden. Studium der Biologie, Chemie, Geologie in Dresden und Tübingen. Promotion mit einer faunistisch-ökologischen Arbeit über Bodeninsekten. Seit 1956 Mitarbeiter im Forschungsinstitut am Goetheanum, von 1970-1996 Leiter der Sektion für Naturwissenschaft und Landwirtschaft der Freien Hochschule Goetheanum, Dornach.

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